Mining-News #1 (Russland, Tests: RTX 3050, 3080 12 GB, RX 6500XT...)
Mit diesem Video (auf Französisch) starten wir „Mining News“, unser Format über aktuelle Mining-Nachrichten und neue Grafikkartenmodelle. Auf dem Programm der ersten Ausgabe: Russlands Haltung zu Kryptowährungen und danach die Frage, was drei neue Karten beim Mining leisten, die NVIDIA RTX 3050, die AMD RX 6500 XT und die NVIDIA RTX 3080 12 GB.
Video von Ende Januar 2022: Die folgenden Zahlen stammen aus dieser Zeit. Siehe den Abschnitt „Und heute?“ am Ende des Artikels.
Russland: Die Zentralbank will ein Verbot, Putin mäßigt den Ton
Kryptowährungen hatten gerade deutlich nachgegeben, unter anderem wegen eines Berichts der russischen Zentralbank, der Mining und Kryptowährungen scharf kritisierte: Ihrer Ansicht nach sollten Mining und der Besitz von Kryptowährungen in Russland verboten werden.
Wladimir Putin griff das Thema anschließend auf und schwächte diese Botschaft ab, indem er einen breiteren Konsens forderte. Er erinnerte daran, dass die Zentralbank ihre eigene Position habe, betonte aber zugleich, dass das Land beim Mining Wettbewerbsvorteile besitze: einen Stromüberschuss und gut ausgebildetes Personal. Zur Erinnerung: Russland soll gemessen an der Rechenleistung das drittgrößte Land der Welt sein.
RTX 3050: eine Karte, die man fürs Mining meiden sollte
Die RTX 3050 ist das neue Einstiegsmodell der 3000er-Serie von NVIDIA. Angekündigt für 260 €, war sie bereits ausverkauft und wurde tatsächlich für 450 bis 500 € verkauft. Beim Mining sind die ersten Tests enttäuschend:
- Ethereum: nur 14 MH/s, selbst mit Übertaktung, wegen der LHR-Drosselung. Ihr tatsächliches Potenzial läge eher bei 26 bis 27 MH/s, ohne Gewähr. Der Verbrauch ist gering, etwa 46 bis 50 W;
- Ravencoin: knapp 13 MH/s bei 100 W, ein kleines bisschen besser als eine GTX 1660 Super (11 bis 12 MH/s), aber mit etwas höherem Verbrauch (100 W gegenüber 90 W);
- Flux: 22 Sol/s bei 120 bis 130 W, gegenüber 24 Sol/s bei einer GTX 1660 Super;
- Ergo (Autolykos): leicht von LHR betroffen, kommt sie kaum über 30 MH/s, während eine GTX 1660 Super an die 60 MH/s heranreicht.
Sie erreicht also nicht einmal eine GTX 1660 Super. Unser Urteil: vorerst eine Karte, von der man die Finger lassen sollte, auch wenn es immer vom Preis abhängt.
RX 6500 XT: nicht fürs Mining gemacht
Die Einstiegskarte von AMD, die etwa zur gleichen Zeit wie die RTX 3050 als deren Konkurrentin erschien, führt zu denselben Schlüssen, vielleicht sogar zu schlechteren. Sie hat keine LHR-Drosselung, bleibt aber trotzdem hinter den Erwartungen zurück:
- Ethereum: 13 bis 14 MH/s, wie die RTX 3050;
- Ravencoin: etwa 9 MH/s;
- Flux: nicht einmal 10 Sol/s bei 62 W: Sie verbraucht wenig, leistet aber viel zu wenig;
- Ergo: etwa 26 MH/s.
Diese Werte stammen aus aktuellen Tests, vielleicht gibt es bessere Einstellungen, aber für das Mining ist es eindeutig keine interessante Karte.
RTX 3080 12 GB: leistungsstärker, aber nicht effizienter
NVIDIA hat eine 12-GB-Version der RTX 3080 herausgebracht, die bis dahin mit 10 GB angeboten wurde. Sie bringt nicht nur 2 GB mehr Speicher: mehr CUDA-Kerne, etwas mehr Tensor-Kerne sowie einen verbesserten Speicherbus und eine höhere Speicherbandbreite. Auch der Verbrauch steigt, auf 350 W statt 320 W. Sie kostete etwa 200 € mehr als eine normale RTX 3080, also durchschnittlich 1.600 bis 1.700 €.
- Ethereum: 60 MH/s, das ist enttäuschend. Die 10-GB-Version mit LHR, auf 74 % entsperrt, läuft mit etwa 75 MH/s, und ohne Drosselung sollen diese Karten rund 100 MH/s erreichen;
- Ergo: etwa 250 MH/s bei 215 W;
- Flux: 80 Sol/s bei 253 W.
Bei den anderen Algorithmen, die kaum von LHR betroffen sind, ist sie etwas leistungsstärker als die 10-GB-Version, verbraucht aber auch mehr: Ihre Effizienz (Hashrate pro Watt) ist nicht besser. Je nachdem, ob und zu welchem Preis Sie Strom bezahlen, kann sie interessant sein, sie bleibt aber teurer als die 10-GB-Version.
Und heute?
Seit der Umstellung von Ethereum auf Proof of Stake am 15. September 2022 lässt sich Ethereum nicht mehr mit Grafikkarten minen, und die Erträge des GPU-Minings sind eingebrochen: Die Vergleiche in diesem Video sind nicht mehr aktuell. Heute wird vor allem mit ASIC-Minern gemint, die für einen einzigen Algorithmus gebaut und deutlich effizienter sind.
Wie sich die LHR-Drosselung auswirkt, erklärt unser Artikel LHR- vs. Non-LHR-GPUs: Welche ist rentabler? Wer heute minen möchte, findet hier unsere ASIC-Miner und kann ihre Erträge mit unserem Bitcoin-Rentabilitätsrechner abschätzen.

