Welche Grafikkarten eignen sich 2022 zum Minen?
„Welche ist die beste Grafikkarte zum Minen?“ Diese Frage hören wir oft – doch die leistungsstärkste Karte ist nicht unbedingt die rentabelste, und eine einzige Antwort gibt es nicht. In diesem Video (auf Französisch) gehen wir die Kriterien durch, die bei der Wahl einer Mining-Grafikkarte zählen, und vergleichen mehrere Modelle von NVIDIA und AMD mit konkreten Zahlen.
Video aus dem Jahr 2022: Die folgenden Preise und Leistungswerte stammen aus dieser Zeit. Siehe den Abschnitt „Und heute?“ am Ende des Artikels.
1. Der Preis: in Euro pro MH/s rechnen
Die RTX 3090 ist die leistungsstärkste Karte, doch ihr Preis kann sie unattraktiv machen. Zum Vergleich teilt man den Preis der Karte durch ihre Hashrate. Einige Beispiele, mit Preisen aus damaligen Inseraten:
- RTX 3080 ohne LHR: etwa 100 MH/s für 1.400 €, also 14 € pro MH/s;
- RTX 3070 ohne LHR: etwa 60 MH/s für 800 bis 850 €, also rund 14 € pro MH/s – dasselbe Verhältnis wie bei der 3080;
- Radeon RX 6800: etwa 60 MH/s, aber um die 1.000 € oder mehr, also rund 16,50 € pro MH/s;
- Radeon RX 6600 XT: etwa 550 € neu;
- GTX 1660 Super: etwa 400 bis 450 €, je nach Modell. Beim Preis pro MH/s ist sie wirklich die beste.
Wichtig: Damals gab es RTX 3070 und 3080 ohne LHR nur noch als Founders Edition, gebraucht oder neu auf Leboncoin und dem Graumarkt. Für den Vergleich von Karten empfehlen wir die Websites hashrate.no und WhatToMine.
2. Der Speicher: 6 GB reichen aus
Die einzige Einschränkung beim Grafikspeicher ist die DAG-Datei, die in den Speicher der Karte passen muss, damit sie minen kann. Die Website minerstat zeigt die aktuelle Größe dieser Datei für jede Kryptowährung: Bei Ethereum lag sie bereits bei 4,7 GB. Ältere Karten mit höchstens 4 GB können Ethereum also nicht mehr minen.
Ab 6 GB reicht es, auch bei Karten älterer Generationen. Bei Ethereum sollte die 6-GB-Marke erst 2023 erreicht werden, und der Wechsel zu Proof of Stake wurde noch im selben Jahr erwartet: Für uns war das daher kein Problem.
3. Die Kühlung: Marke und Modellreihe zählen
In unserem eigenen Rig nutzen wir Karten von Asus und EVGA sowie Founders Editions von NVIDIA. Besonders schätzen wir:
- EVGA: Unsere RTX 3070 FTW3 Ultra wird kaum warm, man kann die Hand darauflegen und spürt nichts (der Speicher war damals etwas kühler, weil wir Flux minten);
- Asus: Karten, die in der Regel sehr gut konstruiert sind und sehr gut kühlen. Das Design ist nicht unbedingt das schönste, aber es ist eine sehr gute Marke.
Auch innerhalb einer Marke macht die Modellreihe einen Unterschied. Beispiel RTX 3080 bei MSI: Die Ventus-Reihe ist das Einstiegsmodell, und Sie müssen die Karte wahrscheinlich öffnen, um Wärmeleitpads und Wärmeleitpaste zu tauschen. Darüber liegen die Gaming X Trio in der Mittelklasse und die Suprim X in der Oberklasse.
Bei Ethereum wird der Speicher mancher Karten sehr heiß. Bei anderen Kryptowährungen ist das nicht unbedingt so: Bei Flux oder Ergo erwärmt sich der Speicher deutlich weniger.
4. Stromverbrauch und geschürfte Kryptowährung
Auch das Verhältnis von Hashrate zu Stromverbrauch zählt, und es hängt vom Algorithmus ab. Wir vergleichen die RTX 3070 ohne LHR mit der Radeon RX 6800:
- Ethereum: nahezu identisch, etwa 60 MH/s bei 115 bis 120 W;
- Flux: 43 Sol/s bei 135 W für die RX 6800, also eine Effizienz von 0,32, gegenüber 56 Sol/s bei 150 W für die RTX 3070, also 0,37 (je höher der Wert, desto besser);
- Ravencoin: 33 MH/s bei 140 W für die RX 6800, während die RTX 3070 mit 30 MH/s etwas weniger schafft und dabei etwas mehr verbraucht.
Man sollte sich also auch fragen, welche Kryptowährung man minen möchte. Ein weiteres Beispiel: Die RX 6600 XT ist für ihren geringen Verbrauch bekannt, mit etwa 32 MH/s bei 65 bis 70 W. Im Vergleich zu einer RTX 3070 ohne LHR hat sie trotzdem kein besseres Verhältnis von Leistung zu Verbrauch.
Und wenn die Stromkosten für Sie keine große Rolle spielen, ist eine leistungsstärkere Karte vielleicht die bessere Wahl.
5. Neu oder gebraucht?
Ein Teil der Karten wird gebraucht gekauft, und das erfordert einige Vorsichtsmaßnahmen. Unsere Tipps, um das Risiko zu begrenzen:
- versuchen, eine Rechnung zu bekommen;
- wenn möglich zum Verkäufer fahren und sich die Karte im Betrieb ansehen;
- die Bewertungen und Angaben im Profil des Verkäufers prüfen, zum Beispiel auf Leboncoin.
Und heute?
Seit dem Wechsel von Ethereum zu Proof of Stake im September 2022 lässt sich Ethereum nicht mehr mit Grafikkarten schürfen, und die Einnahmen aus dem GPU-Mining sind eingebrochen. Die obigen Preise und Hashraten sind überholt. Die Kriterien gelten jedoch weiterhin bei der Wahl eines ASIC-Miners: Preis pro Leistungseinheit, Stromverbrauch, Kühlung, neu oder gebraucht.
Mehr zu gedrosselten Karten lesen Sie in unserem Artikel GPUs mit oder ohne LHR: Welche ist rentabler? Wer heute minen möchte, findet unsere ASIC-Miner und kann seine Erträge mit unserem Bitcoin-Rentabilitätsrechner schätzen. Noch unsicher vor dem Kauf? Kontaktieren Sie uns.

