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BTC-S37-Rig: geschlossenes Gehäuse vs. Open-Air

geradeaus Romain Schlick

Gehört ein BTC-S37-Rig in ein geschlossenes Gehäuse oder auf einen offenen Rahmen? Nach unserem Open-Air-Aufbau bauen wir diesmal zum ersten Mal ein geschlossenes Gehäuse zusammen, das für das Mainboard BTC-S37 entwickelt wurde. In diesem Video (auf Französisch) vergleichen wir anschließend beide Lösungen mit denselben sechs Grafikkarten und messen die Temperaturen in HiveOS und die Lautstärke mit einem Schallpegelmesser.

Video aus dem Jahr 2022: Die folgenden Zahlen stammen aus dieser Zeit. Siehe den Abschnitt „Und heute?“ am Ende des Artikels.

1. Der Aufbau des geschlossenen Gehäuses

Das Gehäuse wird mit großen Industrielüftern geliefert, die mit etwa 4.000 Umdrehungen pro Minute sehr kräftig blasen. Da es für das BTC-S37 ausgelegt ist, sind die Abstandshalter bereits montiert: Das Mainboard muss nur noch mit den mitgelieferten kleinen Schrauben befestigt werden.

  • Einschaltknopf: Über einen Power-Switch lässt sich das Mainboard von außerhalb des Gehäuses einschalten. Er wird an die üblichen zwei Pins angeschlossen.
  • Lüfter: Sie sind 4-polig, und das Mainboard hat passenderweise vier 4-polige Anschlüsse. Man hat den Eindruck, dass alles dafür gemacht ist.
  • Netzteil: ein chinesisches 1.600-W-Netzteil von guter Qualität mit vielen Kabeln im Lieferumfang. Das Gehäuse hat einen eigenen Platz dafür: Netzteil hineinschieben und mit drei Schrauben befestigen. Sehr praktisch.
  • Verkabelung: Wir empfehlen, nicht benötigte Kabel wie das CPU-Kabel auf die andere Seite zu führen. Das Mainboard hat keinen 24-poligen Anschluss, deshalb wird der 24-polige Stecker des Netzteils mit sich selbst überbrückt, damit es startet. Es bleibt reichlich Platz, das Gehäuse ist wirklich gut durchdacht.
  • Speicher: eine normale SSD, per SATA angeschlossen. Eine mSATA-SSD wäre etwas praktischer.

Danach werden die PCI-Express-Steckplätze des Mainboards mit 6-poligen Kabeln versorgt: hier die ersten sechs, einer pro eingebauter Grafikkarte.

2. Der Einbau der sechs Grafikkarten

Wir bauen sechs Asus-Dual-Karten der RTX-30-Serie in LHR-Version ein. Sie werden direkt in die PCI-Express-Steckplätze gesteckt und für mehr Stabilität an ihrer Halterung verschraubt. Das ist der schwierigste Teil des Aufbaus: Für die Finger ist kaum Platz. Unser Tipp: einen magnetischen Schraubendreher verwenden, der die kleinen Schrauben hält.

3. Geschlossenes Gehäuse: sehr kühle Karten, aber viel Lärm

Nach rund zehn Minuten Mining mit T-Rex laufen die Karten mit jeweils etwa 43 bis 44 MH/s bei etwas über 110 W. Mit den Lüftern auf 70 % sind die Temperaturen wirklich niedrig: 36 °C bei der kühlsten, um die 40 °C bei den anderen, und die heißeste bleibt unter 50 °C. Wir weisen allerdings darauf hin, dass es an dem Ort, an dem das Rig läuft, nicht besonders warm ist.

Die Kehrseite ist der Lärm. Der Schallpegelmesser zeigt rund 80 Dezibel an, mit aufgelegtem Deckel dann etwa 70 Dezibel. Unser Eindruck: Das geschlossene Gehäuse kühlt die Karten sehr gut, ist aber sehr laut.

4. Open Air: weniger Lärm, aber deutlich heißere Karten

Dieselben sechs Karten kommen anschließend auf den offenen BTC-S37-Rahmen aus unserem vorherigen Video. Diesmal ist das Netzteil ein 2.000-W-Modell, das lauter ist als das 1.600-W-Netzteil. Da die Rahmenlüfter relativ leise sind, bestimmt vor allem das Netzteil die Lautstärke des Rigs.

  • Temperaturen: deutlich schlechter. Die Karten liegen bei 57 °C und 62 °C, steigen dann auf 67 °C und 71 °C, und eine erreicht 75 °C (vermutlich die in der Mitte). Manche sind 15 °C oder sogar mehr als 20 °C heißer als im geschlossenen Gehäuse.
  • Lärm: etwa 65 Dezibel am Messgerät. Mit einem leiseren Netzteil wären es nach unserer Einschätzung kaum 60 Dezibel. In diesem Punkt gewinnt Open Air eindeutig.

5. Die Lösung: ein Zusatzlüfter auf der Rückseite

Um die Karten im Open-Air-Aufbau zu kühlen, stellen wir einen Zusatzlüfter hinter das Rig. Es ist ein einfaches Modell für etwa 50 € mit drei Stufen. Auf Stufe 3 ist in HiveOS wieder alles grün: Die Karten liegen zwischen 38 und 42 °C, genau wie im geschlossenen Gehäuse.

Beim Lärm steigt die Anzeige auf Stufe 3 wieder auf etwa 70 Dezibel. Unserer Meinung nach würde Stufe 2 wohl ausreichen und brächte noch einmal rund 3 Dezibel weniger, auf Stufe 1 ist man wieder bei etwa 65 Dezibel.

Unser Fazit: Ein offener Rahmen funktioniert ebenfalls, wenn man sich um die Belüftung kümmert. Es braucht Lüfter auf der anderen Seite der Karten, entweder einen Zusatzlüfter wie diesen oder kräftigere Gehäuselüfter, die am Rahmen befestigt werden und ordentlich blasen. Für uns ist das unverzichtbar, um die Wärme zwischen den Karten abzuführen. Das geschlossene Gehäuse kühlt dagegen von Haus aus sehr gut, ist dafür aber deutlich lauter.

Und heute?

Seit dem Wechsel von Ethereum zu Proof of Stake im September 2022 lässt sich Ethereum nicht mehr mit Grafikkarten schürfen: Die Hashraten aus dem Video sind überholt. Der Kompromiss zwischen Wärme und Lärm bleibt jedoch für jedes Multi-GPU-Rig derselbe – und er stellt sich auch bei ASIC-Minern, die oft sehr laut sind.

Den Open-Air-Aufbau im Detail zeigt unser Artikel BTC-S37-Rig aufbauen. Ist Ihr ASIC zu laut, erfahren Sie, wie Sie eine schallgedämmte Box bauen, oder entdecken Sie unsere leisen Miner für zu Hause. Fragen? Kontaktieren Sie uns.

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