Bitcoin „made in Ethiopia“ – wie funktioniert das?
Für dieses Video verlassen wir die Werkstatt und besuchen unsere 15-MW-Bitcoin-Mining-Farm in Zentraläthiopien. Stromnetz, vorgeschriebene Abschaltungen, Kühlung, Lärm, Wartung: Wir zeigen Ihnen alles, was es braucht, um eine Bitcoin-Mine zu betreiben, weit über die Wahl der Maschinen hinaus. Das Video ist auf Französisch.
Eine 15-MW-Farm in Zentraläthiopien
Auf diesem Gelände laufen rund 5.500 Miner. Das Projekt war zwei Jahre lang in Vorbereitung, und zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren unsere Teams seit drei Monaten vor Ort. Es handelt sich um Self-Mining: Wir minen auf eigene Rechnung, auf diesem Gelände stehen keine Kundenmaschinen.
Warum Äthiopien? Vor einigen Jahren hat die Regierung das nationale Stromnetz EEP für Miner geöffnet und ihnen Mining-Lizenzen erteilt. Das Prinzip: Die Miner verbrauchen nur die übrige Energie, die die Bevölkerung nicht benötigt.
Curtailment: Maschinen abschalten, wenn das Netz es verlangt
Das Netz stößt inzwischen an seine Grenzen. Der Staat ordnet deshalb Curtailment-Phasen an, also die Pflicht, einen Teil der Maschinen abzuschalten. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen waren aus diesem Grund rund 2.500 unserer Maschinen abgeschaltet. Ein Beispiel: Stehen an einem Tag 15 MW zur Verfügung und benötigt die Bevölkerung 10 MW, muss die Farm ihren Verbrauch um mindestens 66 % senken, um diesen Strom ans Netz zurückzugeben.
Der vor Ort verbrauchte Strom stammt größtenteils aus Wasserkraftwerken. Wir haben während der Regenzeit gedreht, wenn sich die Stauseen, deren Pegel dann extrem niedrig ist, wieder füllen. In dieser Zeit von etwa 2 bis 3 Monaten sind Curtailments Pflicht.
Strom und Kühlung: die Infrastruktur des Standorts
- Stromversorgung: Ein Umspannwerk mit 15 MW oder mehr versorgt sämtliche Miner. Die Kabel führen zu PDUs (Stromverteilereinheiten) mit Leitungsschutzschaltern, die die Maschinen versorgen;
- Kühlung: Die Miner werden mit Luft gekühlt. Die Luft strömt durch „Water Curtains“ herein, befeuchtete Kartonpaneele, auf die literweise Wasser gesprüht wird: So kommt die Luft kühler bei den Minern an;
- Abführung der warmen Luft: Die warme Luft wird in den „Hot Room“ geleitet, aus dem Dutzende Ventilatoren sie absaugen. Ein guter Luftstrom in der gesamten Mine verhindert Ausfälle;
- Wasserrecycling: Ein Recyclingsystem deckt die gesamte Farm ab, denn in Regionen, in denen Wasser unverzichtbar ist, kann man nicht literweise Wasser verbrauchen.
Luftkühlung hat ihren Preis: den Lärm. Vor Ort misst man rund 75 Dezibel, und die Farm ist im Umkreis von etwa 2 km zu hören. Während der Aufnahmen war es etwa 26 °C warm. Eine weitere Herausforderung: Die Feuchtigkeit aus den Water Curtains dringt in die Miner ein. Deshalb reinigen wir sie regelmäßig, damit Hashboards, Controlboards und sogar die Netzteile (PSU) nicht oxidieren.
Eine Farm im Alltag betreiben
Rund ein Dutzend Personen arbeiten auf dieser 15-MW-Farm: Reinigungskräfte, Techniker und zwei Elektroingenieure, damit sie ihr volles Potenzial ausschöpft. Logistik, Reparaturen und die tägliche Verwaltung müssen organisiert werden, während gleichzeitig die Sicherheit des Stromnetzes gewährleistet bleibt. Und 15 MW sind längst nicht das Größte: Manche Farmen erreichen 600 bis 700 MW, mit entsprechendem logistischem Aufwand.
Unser Kundendienst in Grenoble
Sehr starke Regenfälle haben uns daran gehindert, die Aufnahmen vor Ort wie geplant abzuschließen. Deshalb beenden wir das Video in der Normandie, nahe unserem Lager, von dem aus die Bestellungen verschickt werden. Eine gute Gelegenheit, daran zu erinnern, dass unser Kundendienst weiterläuft: Unsere Reparaturwerkstatt befindet sich in Grenoble, denn wir wollten Sie nicht bitten, Ihre Maschine zur Reparatur in ein anderes Land zu schicken. Die Maschinen lassen sich in 95 % der Fälle reparieren, und für unsere Kunden sind Reparaturen fast 30 % günstiger.
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